Saffig,
26
September
2018
|
12:29
Europe/Amsterdam

Abenteuer Helgoland: Zwei Westnetz-Azubis aus Saffig durchlaufen Betriebseinsatz im hohen Norden

  • Zweite Auflage der erfolgreichen Kooperation zwischen Westnetz und innogy

Bei Westnetz in Saffig absolvieren Damian Franz und Kai Schütz derzeit ihre Ausbildung zum „Elektroniker für Betriebstechnik“. Im Juli waren die beiden für sechs Wochen auf Helgoland im Einsatz. Hier konnten sie erfahren, wie von Deutschlands einziger Hochseeinsel aus die 48 Windturbinen des Offshore-Windparks Nordsee Ost betrieben und gewartet werden. „Für die Auszubildenden sind Extras für gute Leistungen während der Ausbildung nicht nur eine große Motivation, sondern auch eine Entwicklungsmaßnahme zum selbständigen Monteur“, weiß Ausbilder Reiner Hürter.

Bevor Damian Franz und Kai Schütz (beide 4. Ausbildungsjahr) mit dem Arbeiten auf hoher See starten konnten, mussten sie zunächst Offshore-Trainings in Cuxhaven absolvieren. Dazu gehörte u.a. ein Training zum Überleben auf hoher See, der richtige Umgang mit Feuerlöschmitteln sowie ein Höhenrettungskurs. Danach gab es kein zurück: Zunächst machte sich Damian mit dem neuen Katamaran „Halunder Jet“, auf den Weg zu seinem Betriebseinsatz auf Helgoland. Dort angekommen wurde er vom 12-köpfigen Betriebsteam herzlich in Empfang genommen. Damian lernte schnell wie stark der Tagesablauf von den Wind- und Wellenbedingungen abhängig ist. Erreichen diese eine bestimmte Grenze ist die Ausfahrt mit dem CTV (Crew Transfer Vessel), dem Schiff das die Techniker in den Windpark transportiert, nicht möglich. Aber auch diese sogenannten „Schlechtwettertage“ werden effizient genutzt. Die Azubis übernahmen an diesen Tagen die Prüfung von elektrischen Anlagen und Betriebsmittel. Außerdem unterstützten die beiden das Betriebsteam, wann immer Not am Mann war. Nachdem Damian alle erforderlichen Sicherheitsunterweisungen für das Arbeiten auf hoher See erhalten hatte, er mit entsprechender PSA und Arbeitskleidung ausgestattet wurde und sein „Big Pack“ mit allen erforderlichen Arbeitsmitteln und Werkzeugen gepackt war, rückte der erste Offshore-Einsatz immer näher.

Damian bei einer Abseilübung beim HöhenrettungstrainingBereits um 6:00 Uhr startet der Offshore-Arbeitstag in der Servicestation im Südhafen Helgolands. Im gemeinsamen Toolbox Talk bespricht das jeweilige Team die anstehenden Tätigkeiten und geht dabei auf mögliche Gefahren ein. Nachdem das Schiff beladen wurde und alle Teams an Bord sind, macht sich das Schiff auf den rund einstündigen Weg in den Windpark. Nach und nach werden dort die einzelnen Teams auf den Windkraftanlagen bzw. der Umspannstation abgesetzt, um ihre Aufgaben abzuarbeiten. Gegen 16:00 Uhr sammelt das Schiff die einzelnen Teams wieder ein und nimmt wieder Kurs auf Helgoland. „Die Ausfahrten waren ganz besondere Highlights, die wir so schnell nicht wieder vergessen werden. Die Fahrt mit dem CTV, der Überstieg auf die Windkraftanlagen, das Arbeiten auf hoher See, das waren beeindruckende Erlebnisse“, so die beiden Azubis.

Neben den beiden Auszubildenden profitierte natürlich auch das Betriebsteam des Windparks von der Kooperation. „Damian und Kai haben sich hervorragend in unser Team integriert, es hat uns viel Spaß gemacht mit den beiden zusammenzuarbeiten. Die Kooperation mit dem Ausbildungszentrum Rauschermühle war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg, wir hoffen sie im nächsten Jahr fortführen zu können“, so Ingo Schulz, Schichtleiter im Windpark.

Aber auch die besonderen Umstände auf Helgoland machten den Betriebseinsatz zu einem Erlebnis. Nach Feierabend erkundeten die beiden Azubis alle Facetten der Insel. Der obligatorische Gang zum Wahrzeichen der Insel, der langen Anna, durfte natürlich nicht fehlen. Auch nach Feierabend konnten sich die beiden dort mit den Kollegen austauschen und sich so noch fester in das Team einbringen. „Durch die offene Art der Arbeitskollegen haben wir schnell nette Kontakte schließen können. Es war bestimmt nicht unser letzter Besuch auf der Hochseeinsel“, sind sich die beiden einig.

Hintergrund

Der Windpark Nordsee Ost erzeugt ausreichend klimafreundlichen Strom, um rechnerich rund 320.000 Haushalte zu versorgen. Damit gehört Nordsee Ost zu den größten kommerziellen Windkraftprojekten vor der deutschen Küste. Rund 50 Servicetechniker, Ingenieure und nautisches Personal sind für den Windpark Nordsee Ost in der Bertriesstation auf Helgoland und auf hoher See im Einsatz.