Simmern,
11
Oktober
2019
|
10:42
Europe/Amsterdam

Arbeiten 80 Meter über der Wasseroberfläche

Aussicht von einem der 48 Windturbinen des Offshore Windparks Nordsee Ost.

  • Spannende Einblicke während Ausbildung
  • Azubi Philipp Engel im Einsatz auf hoher See

Nach einer langen Zugfahrt, von Zell nach Cuxhaven, ging es für Philipp Engel, Auszubildender bei Westnetz im Regionalzentrum Rhein-Nahe-Hunsrück, mit dem Propellerflugzeug weiter nach Helgoland. Der 20-jährige war bis dato noch nie so lange weg von zu Hause. Durch seinen Arbeitgeber hatte er während seiner Ausbildung die Möglichkeit, die innogy Betriebsstation auf Helgoland zu besuchen und zu erfahren, wie hier gelebt und gearbeitet wird. Von der Station aus werden die 48 Windturbinen des Offshore Windparks Nordsee Ost betrieben und gewartet.

Der Einsatz auf hoher See

Fernab des Festlandes lag Philipps Unterkunft direkt in der Basisstation. Ein eigenes Zimmer mit Bad und kleiner Küchenzeile. Auch ein Gemeinschaftsraum mit Heimkino und eine große Küche, für gemeinsames Kochen und Miteinander, sind in der Station für das rund 50-köpfige Team aus Servicetechnikern, Ingenieuren und nautischem Personal, untergebracht. Dies war nun, für vier Wochen, das zu Hause von Philipp.

Die Offshore Tätigkeiten lernte Philipp, der aktuell im 4. Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Betriebstechnik ist, erstmals an seinem zweiten Tag kennen. Im Rahmen einer ausführlichen Einweisung in die Basis, die Windräder und Transfer-Boote erfuhr er das wichtigste über den sicheren Tagesablauf - Arbeiten in der Höhe, das Überleben auf hoher See und die Brandbekämpfung. Arbeitsbeginn an Offshore-Tagen ist bereits um 5:30 Uhr. Die täglichen Arbeiten auf den Windrädern starten mit der knapp einstündigen Fahrt mit den Transfer-Booten, die die Teams an die zugeteilten Windräder bringen. Diese müssen dann erst über eine Leiter, später im Turm mit einem Aufzug, bestiegen werden. „Oben angekommen, sollte man schwindelfrei sein“, erzählt Philipp mit einem Lächeln. „Arbeitseinsatz ist circa 80 Meter über der Wasseroberfläche - mitten auf dem Meer. Die Aussicht ist dafür natürlich unbezahlbar“, berichtet er weiter.

Und dann geht es los: Überwiegend werden an den Windrädern Wartungsarbeiten und Reparaturen an mechanischen und elektrischen Komponenten innerhalb der Steuerung durchgeführt. Die erfahrenen Techniker unterstützen Philipp und erklärten ihm die Systeme. Er durfte auch selbst mit anpacken und zum Beispiel einen Sensor tauschen oder die Betriebsstoffe der Schmierung auffüllen. Gegen 16.00 Uhr brachten die Transfer-Boote die Teams wieder zurück in den Hafen von Helgoland. An Tagen mit schlechtem Wetter, an denen die "raue See" ein übersetzen zu den Anlagen nicht zuließ unterstützte Philipp die Lageristen in der Basisstation oder half den Kollegen beim Vorbereiten der Offshore-Einsätze.

„Ich bin sehr dankbar, das mir durch Westnetz ein so spannender und interessanter Einsatz auf hoher See ermöglicht wurde“, berichtet Philipp nach seinem Aufenthalt. „Ich kann jedem Auszubildenden nur empfehlen, diese Chance zu nutzen. Es ist ein anstrengendes, aber aufregendes und einmaliges Erlebnis“, erzählt er weiter.