Nannhausen,
05
April
2019
|
14:42
Europe/Amsterdam

Ausgereifte Technik zur Kabelverlegung

Matthias Hübel und Volker Heidrich, beide Netzplaner bei Westnetz, kontrollieren gemeinsam mit dem Bauleiter der Firma Kabel&Tiefbau den Baufortschritt in Nannhausen.

  • Spülbohrung schont Umwelt
  • Highspeed Internet für Nannhausen

Tiefer und immer tiefer versinkt ein metallenes Bohrgestänge im schlammigen Erdreich und bohrt sich Meter für Meter zu seinem Ziel. Im Zuge der Breitband Ausschreibung im Rhein-Hunsrück-Kreis wird die Ortsgemeinde Nannhausen an das schnelle Breitbandnetz angeschlossen. Zum Einsatz kommt ein umweltfreundliches Spülbohrverfahren. Volker Heidrich und Matthias Hübel, beide Netzplaner bei Westnetz, kontrollieren zusammen mit dem Bauleiter der Firma Kabel&Tiefbau, Frank Bargon, den Bohrfortschritt.

Das Verfahren

Hinter der Horizontalspülbohrtechnik verbirgt sich augenscheinlich nur ein kleines Gerät mit einem metallenen Bohrgestänge, das so ähnlich aussieht, wie ein Bagger. Doch der Effekt ist groß. Zuerst wird die Pilotbohrung mittels Ortungssystem zielgenau durchgeführt. „Hier wird zunächst mit einem dünneren Gestänge vorgebohrt. Der Bohrer versinkt immer tiefer im schlammigen Erdreich und bohrt sich circa 100 Meter bis zu seinem Ziel“, erklärt Heidrich. Der Spülbohrfahrer wird von seinem Kollegen dabei unterstützt, der mit dem Ortungsgerät den Verlauf und die Tiefe der Bohrung überwacht. Die Bohrung verläuft von der Bushaltestelle in der Nickweilerstraße bis zur Kreuzung Höhe Bahnhofsstraße. Nach der Pilotbohrung erhält der Bohrer einen neuen, dickeren Aufsatz, um das Bohrloch auszuweiten. Hinter dem Bohrer wird bereits ein Kabelschutzrohr befestigt. Die Maschine bohrt sich nun erneut durch die Erde und zieht gleichzeitig das Rohr hinter sich her, in das später die Glasfaserkabel eingezogen werden.

„Die Verlegung von Rohren bringt normalerweise einen großen Aufwand mit sich. Durch das Spülbohrverfahren wird der Aufwand reduziert und die Oberfläche muss nicht komplett aufgerissen werden“, erklärt Hübel die moderne Technik. Die Firma Kabel&Tiefbau, die von Westnetz mit der Bohrung beauftragt wurde, hat reichlich Erfahrung mit dem Verlegen von Versorgungsleitungen. Sie unterstützt Westnetz beim Ausbau der Breitband Infrastruktur in der Verbandsgemeinde Simmern.

Highspeed Internet

Ende März 2020 sollen alle 1000 Adressen der Ausschreibung mit Breitband versorgt sein. Der Ausbau wird in der technisch modernsten Variante realisiert. Das bedeutet: Die Glasfaserkabel werden direkt bis zum Haus verlegt. Man spricht auch von „Fiber to the Home“, kurz FTTH, da die komplette Anbindung in Glasfaserkabel erfolgt. Nach Fertigstellung stehen den Anwohnern dann Übertragungsraten von 300 Megabit und mehr zur Verfügung.