Odernheim,
09
Januar
2019
|
12:09
Europe/Amsterdam

Ausgereifte Technik zur Kabelverlegung

Mit diesem Glasfaserbündel konnte der Sendemast auf dem Stempelberg bei Odernheim in Betrieb genommen werden.

  • Westnetz schließt Mobilfunkmast auf dem Stempelberg an
  • Spülbohrung schont die Umwelt

Knapp eineinhalb Kilometer von Odernheim entfernt streckt sich ein Mobilfunkmast in den Himmel. Die Fahrt dorthin führt durch wunderschöne Weinberge. Wer in den letzten Tagen dort unterwegs war, traf auf schweres Gerät, das entlang der Weinberge schwarze Leerrohre verlegte. Um diese schonend zu verlegen hat Westnetz einen Dienstleister beauftragt dies, mit der sogenannten Horizontalspülbohrtechnik, zu tun. Diese Technik spart Zeit, Kosten und schont zudem die Oberfläche.

Der Mobilfunkmast auf dem Stempelberg
Um den Mast auf dem Stempelberg an das Glasfasernetz anbinden zu können, hat das Partnerunternehmen rund 1.400 Meter Glasfaserkabel verlegt. „Durch den Anschluss ans Glasfasernetz ist die Anbindung jetzt stabiler und leistungsfähiger“, erklärt Uwe Allekotte, Netzplaner im Regionalzentrum Rhein-Nahe-Hunsrück bei Westnetz. Zudem ist der Sendemast jetzt auch bereit für die kommende fünfte Mobilfunkgeneration, kurz 5G.

Die Horizontalspülbohrtechnik
Das umweltfreundliche Spülbohrverfahren schont die Oberfläche, da diese nicht geöffnet werden muss. Bei dem Verfahren schiebt die Spülbohranlage einen Bohrer durch ein Einstiegsloch in der Erde nach vorne. Das Bohrgestänge wird Stück für Stück verlängert und die verdrängte Erde ausgespült. Der Spülbohrfahrer wird von seinem Kollegen unterstützt, der mit dem Ortungsgerät den Verlauf und die Tiefe der Bohrung überwacht. Im Anschluss werden Leerrohre eingezogen, durch das die Glasfaserkabel verlegt werden. Die Glasfaserkabel werden mit einem Druckluftkompressor in die Leerrohre „eingejettet“. Dabei erzeugt der Kompressor im Rohr einen starken Luftstrom durch das die Kabel transportiert werden. Allekotte erklärt: „Mit dieser Technik können an einem Stück bis zu 2.000 Meter Glasfaser mit einer Geschwindigkeit von rund 70 Metern in einer Minute eingejettet werden.“ An den Übergängen müssen die einzelnen Glasfasern dann zusammengeführt („gespleißt“) werden – nichts für nervöse Finger. Denn die feinen Glasfasern müssen ganz genau zusammengeführt werden, sonst stimmt die Datenverbindung am Ende nicht.