Stromberg,
05
Januar
2018
|
00:00
Europe/Amsterdam

Direkt hindurch unter der Hauptverkehrsschlagader A61

Geschafft! Die Bohrkrone erblickt nach 110 Meter wieder das Licht. Uwe Allekotte (links), Netzplaner im Regionalzentrum Rhein-Nahe-Hunsrück bei Westnetz, und ein Mitarbeiter der Firma Ruppert (rechts), sind glücklich, dass alles reibungslos geklappt hat.

  • Spülbohrung schont die Umwelt
  • Versorgungsleitungen queren die Autobahn bei Stromberg

Versorgungsleitungen neu zu legen, ist für die Fachleuchte von Westnetz normalerweise kein Problem. Doch was ist, wenn sozusagen eine Autobahn im Weg ist? An einem speziellen Ort, wie an der A61, ist es nicht so einfach, einen Graben zu öffnen und dabei nicht den fließenden Verkehr zu behindern. Um Zeit und Kosten zu sparen sowie die Oberfläche zu schonen, hat Westnetz einen Dienstleister damit beauftragt, mit Hilfe der sogenannten Horizontalspülbohrtechnik, unterirdisch zu bohren. Die Firma Ruppert hat reichlich Erfahrung mit dem Verlegen von Versorgungsleitungen, ohne dass dafür der Boden geöffnet werden muss. Mithilfe der Spezialisten können so die Versorgungsleitungen unter der Autobahn hindurch verlegt werden – ohne sie auch nur eine Minute sperren zu müssen.

Zehn Meter unter der Autobahn
Tiefer und immer tiefer versinkt das metallene Bohrgestänge im schlammigen Erdreich und bohrt sich 110 Meter bis zu seinem Ziel. Weil die Autobahn an dieser Stelle rund zehn Meter über dem Geländeniveau liegt und die neuen Kabel unter der Autobahn durchgeführt werden müssen, bohrt die Maschine von ihrem Standort neben der Autobahn aus schräg in den Boden. Von dort aus geht es 35 Meter horizontal unter der Fahrspur hindurch, um am Ende wieder auf der anderen Seite heraus zu kommen. Um an dieser Stelle, zwischen Stromberg und Waldalgesheim, bohren zu dürfen, hat Westnetz beim Landesbetrieb Mobilität eine Genehmigung eingeholt. „Die Verlegung von Versorgungsleitungen bringt normalerweise einen großen Aufwand mit sich. Durch das Spülbohrverfahren wird der Aufwand reduziert und die Oberfläche muss nicht komplett aufgerissen werden. Hier an der A61 ist dieses Verfahren am geeignetsten, da wir so keine Minute den fließenden Verkehr behindern“, erklärt Uwe Allekotte, Netzplaner im Regionalzentrum Rhein-Nahe-Hunsrück der Westnetz, die moderne Technologie.

Chirurgie im Erdreich
Die ganze Anordnung gleicht einem chirurgischen Eingriff mit Nadel und geschlossenem Kreislaufsystem. Die Nadel ist der Bohrer. Das Kreislaufsystem besteht aus Schläuchen, die den ausgespülten Abraum aufnehmen. Bei dem Verfahren schiebt die Spülbohranlage einen Bohrer durch ein Einstiegsloch in der Erde nach vorne. Das Bohrgestänge wird Stück für Stück verlängert und die verdrängte Erde ausgespült. Der Spülbohrfahrer wird von seinem Kollegen unterstützt, der mit dem Ortungsgerät den Verlauf und die Tiefe der Bohrung überwacht. Um die Verbandsgemeinde Stromberg sowie deren Ortsgemeinden flächendeckend mit schnellem Internet zu erschließen, legt Westnetz zehn Kilometer Leerrohre und ein neues Mittelspannungskabel als Ersatz für die Freileitung von Stromberg nach Waldalgesheim. In die mitgelegten Leerrohre werden dann die Glasfaserkabel für die Breitbandversorgung der Verbandsgemeinde Stromberg mit den Ortsgemeinden Roth, Warmsroth, Daxweiler, Genheim und Stromberg eingezogen. Der Einzug der Glasfaserkabel erfolgt ausgehend von den acht neu aufgestellten Multifunktionsschränken. Somit sind die Bürgerinnen und Bürger in der Verbandsgemeinde Stromberg dem schnellen Internet einen Schritt näher.