Idar-Oberstein,
05
November
2018
|
00:00
Europe/Amsterdam

Einmal Dublin und zurück

(v.l.n.r.) Luca Heidrich und Marian Göttel am Hafen der Halbinsel Howth östlich von Dublin.

  • Westnetz-Auszubildende zum Praktikum in Irland
  • Zwei Wochen waren ein voller Erfolg

Als die kaufmännischen Westnetz-Azubis Marian Göttel und Luca Heidrich (beide im 2. Ausbildungsjahr zum Industriekaufmann in Idar-Oberstein) am Flughafen Luxemburg, leicht nervös aber voller Vorfreude, ankamen, haben sie nicht im geringsten geahnt, dass vor ihnen die mit Abstand spannendsten zwei Wochen des Jahres liegen würden. Die Möglichkeit, einmal im Ausland arbeiten zu dürfen, bekamen sie durch die Berufsbildende Schule (BBS) Idar-Oberstein, eine zertifizierte Europaschule des Landes Rheinland-Pfalz. Das Projekt wurde organisiert durch „Erasmus+“, einem Förderprogramm der Europäischen Union. Hierbei geht es darum, jungen Menschen die Chance zu gewähren, Erfahrungen beim Arbeiten im Ausland zu sammeln. Um die Reise antreten zu können, haben beide vorab noch einen Sprachtest in der BBS absolviert.

Das Praktikum

Luca war beim Unternehmen „E-Frontiers“, einem privaten Arbeitsvermittler in Dublin, eingesetzt. Seine Arbeit war sehr abwechslungsreich. Unter anderem hat er Gespräche mit Kunden aus Deutschland geführt und verschiedene Texte übersetzt – ein Plus für die Verbesserung seiner Englisch-Kenntnisse. „E-Frontiers“ sucht passende Mitarbeiter für Unternehmen wie Google, Microsoft und Facebook. Daher war es eine Aufgabe Lucas, mithilfe der Social Media-Plattform LinkedIN Jobanzeigen zu gestalten und zu formatieren. Bei der täglichen Arbeit stellte der Idar-Obersteiner eine spezielle Arbeitskultur bei den Iren fest: „Sie hatten immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und waren sehr edel gekleidet. Dazu gehörte auch der kleine Smalltalk zwischendurch, der ständig und überall gehalten wird. Die Zeit verging in dieser schillernden Stadt wie im Flug und gerade, als ich mich eingelebt hatte, das Englisch ganz von alleine über die Lippen ging und zu den Kollegen ein fast freundschaftliches Verhältnis bestand, war die tolle Zeit leider schon vorbei,“ sagte Luca nach seiner Rückkehr. Azubi Marian, der sein Praktikum in einer Anwaltskanzlei absolvierte, ergänzte schmunzelnd: „Es sind jedem von unserer Reisegruppe viele weitere lustige und verrückte Geschichten widerfahren, die so wahrscheinlich nur in Dublin passieren. Sie alle zu erzählen, ist genauso unmöglich, wie in Dublin bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Die Anreise

In den zwei Stunden vor Abflug knüpften die beiden erste Kontakte mit den anderen Teilnehmern und schmiedeten Pläne für die erste Woche in Dublin. Während des mehr oder weniger aufregenden Flugs in einer Propellermaschine, kam dann so langsam die erste Aufregung. Wie wird wohl das Praktikum? Und was erwartet uns in der Gastfamilie? Am Flughafen Dublin angekommen, sollten Taxis auf die Praktikanten warten. Nur wo? Und wie sollte das überhaupt funktionieren? Die Fahrer kennen die Reisenden doch gar nicht! Eine halbe Stunde später erwartete ein Mann, ausgestattet mit einem „ADC College“-Schild, die Azubis. „ADC-College“ betreute die Praktikanten vor Ort und stand bei Fragen rund um den Auslandsaufenthalt zur Seite. Auch ein Betreuer der Berufsbildenden Schule Idar-Oberstein war mit vor Ort. Auf der Fahrt zur Autobahn wurde Marian und Luca bewusst, dass sie auf der linken Straßenseite fahren, was für beide am Anfang doch gewöhnungsbedürftig war.

Endlich im Stadtteil Castleknock angekommen, wartete bereits die Gastfamilie auf die beiden. Nach einem kurzen Vorstellen und Beschnuppern bezogen die beiden ihr Zimmer. Marian und Luca wohnten bei Mrs. Prestley, einer typischen Irin, sie kochte jeden Tag frische Mahlzeiten der irischen Küche und erklärte ausführlich die Traditionen der schönen Insel. Ebenso typisch war auch das Haus - dünne Wände, großer Eingangsbereich und ein Vorgarten, wie man ihn aus Filmen kennt. Die Azubis konnten sich kein besseres Zuhause für die kommenden Wochen vorstellen. Bei der freundlichen Atmosphäre der Gastfamilie wären die beiden gerne noch ein wenig länger geblieben.

Der erste Morgen

Ein Badezimmer, fünf Menschen und eine Dusche mit Durchlauferhitzer: Da hieß es früh aufstehen, um bei der Morgendusche fertig zu werden. Nach dem Frühstück starteten die Westnetz-Azubis zu Fuß zur Bushaltestelle. Um in Dublin einen Bus anzuhalten, muss man den Arm rausstrecken – gut zu wissen. In der Innenstadt angekommen, fanden sie dann nach längerer Suche die Straßenbahn und schon ging es in Richtung Ballaly. Dort angekommen, trafen sich alle Teilnehmer zu einem Workshop mit den Betreuern des „ADC College“.

Nach dem Workshop ging es bei gutem Wetter in die Stadt auf Erkundungstour. Das erste Klischee, dass es auf der Insel nur regnet, war also bei sonnigen zwölf Grad widerlegt. Für viele war die erste Anlaufstelle die Grafton Street, Dublins Haupteinkaufsstraße. Abends wurde dann eine typisch irische Temple Bar besucht. Um in der kurzen Zeit möglichst viel zu erleben, blieb die Gruppe fast immer zusammen.