Idar-Oberstein,
29
März
2019
|
13:36
Europe/Amsterdam

Gelegtes Glasfaserkabel würde bis Portugal und zurück reichen

Westnetz Mitarbeiter verlegt Glasfaserbündel.

  • Ausbau des schnellen Internets schreitet voran
  • Bis heute rund 500 Gemeinden/Ortsteile in Rheinland-Pfalz mit Highspeed-Internet online
  • Bereits 3400 Kilometer Glasfaserkabel allerorts durch Rheinland-Pfalz gelegt

Die Anbindung an ein schnelles Datennetz und die entsprechende Netzinfrastruktur ist heute ein wesentlicher Standortfaktor für die Menschen. Nur mit einer schnellen Datenübertragung können zudem deutsche Unternehmen im weltweiten Wettbewerb bestehen. Aber auch in allen anderen Bereichen des täglichen Lebens, wie beim Online-Shoppen oder in der Telemedizin, ist schnelles Internet immer wichtiger. Es bietet insbesondere dem ländlichen Raum enorme Chancen, denn ein Großteil der Kommunikation läuft heute online.

Streaming Dienste, Online Shopping, Home Office oder Online-Banking sind nur mit einer guten Datenanbindung möglich. Die benötigten Datenmengen wachsen stetig weiter. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, müssen Netze aus- und umgebaut werden. In Rheinland-Pfalz ist damit auch der Verteilnetzbetreiber Westnetz beschäftigt. Begonnen wurde 2010 in der Gemeinde Wiebelsheim im Hunsrück. Danach wurde der Ausbau fortlaufend vorangetrieben. Aktuell sind in Rheinland-Pfalz rund 500 Gemeinden/Ortsteile von Westnetz mit Breitband erschlossen. An 15.000 Anschlusspunkten wird das schnelle Internet bereits genutzt. Dafür wurde ein Glasfasernetz mit einer Gesamtlänge von 3400 Kilometern aufgebaut. Schaut man auf die Landkarte, so würde das Kabel aneinandergereiht von Rheinland-Pfalz bis Portugal und zurück reichen. Hierfür mussten rund 1250 Kabelverzweiger (kurz: KVZ) ausgebaut werden. Neben jeden KVZ wurde ein sogenanntes Multifunktionsgehäuse aufgestellt. Hier enden die Glasfaserkabel und die Daten werden mit Hilfe eines elektrischen Impulses an den bereits vorhandenen KVZ übertragen. Die sogenannte „letzte Meile“ ist mit Kupferkabel angebunden. Sie verläuft vom Kabelverzweiger bis in die Häuser. Das Glasfasernetz bietet den Nutzern somit hohe Übertragungsraten von bis zu 120 Megabit pro Sekunde.

„Der Fortschritt des Internets bietet enorme Chancen für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Sicher ist der momentane Ausbau nur eine Brückentechnologie, denn unser Ziel ist es, irgendwann jedes Gebäude mit einem Glasfaseranschluss erschlossen zu haben. Nur dann sind nahezu unbegrenzte Datenraten möglich“, erläutert Thomas Hill, Leiter Technisches Prozessmanagement & Netztechnik Süd bei Westnetz.

Mit der teilweise schon eingesetzten FTTH-Technik (Fiber to the Home) werden die Glasfaserkabel direkt bis zum Haus verlegt. Da die komplette Anbindung dann über Glasfaser läuft, sind hier Übertragungsraten von 300 Megabit pro Sekunde und mehr möglich.

Im Jahr 2020 folgen gemäß der Ausbauplanungen weitere rund 3000 Anschlüsse und insgesamt über 540 Kilometer Glasfaserkabel durch die gewonnenen Breitbandausschreibungen im Rhein-Hunsrück-Kreis sowie im Landkreis Bad Kreuznach. Die Gesamtinvestitionen inklusive der derzeitigen Projekte liegen bei circa 190 Millionen Euro.