Dortmund,
20
April
2018
|
00:00
Europe/Amsterdam

Greifvogel-Nisthilfe am Strommast in Dortmund-Brackel feiert 25. Jubiläum

Auf der obersten Traverse des 110 kV-Mastes hatten (v. l.) Bernd Hoppe und Stefan Schindelbauer (beide heute Westnetz, damals VEW) vor 25 Jahren gemeinsam selbst den Falkenkasten angebracht. Heinz Heitland und Herbert Stelzner, beide von der AGARD, waren vor 25 Jahren ebenfalls dabei.

  • Westnetz hat an mehr als 40 Maststandorten im Leitungsbereich des Gersteinhofs in Werne Nisthilfen installiert
  • Schlüpfen des 100. Greifvogels wird in diesem Jahr erwartet

Westnetz, damals VEW, hat vor 25 Jahren einen Greifvogel-Nistkasten an einem Strommast am Talweg in Dortmund-Brackel angebracht. Dort trafen sich heute, anlässlich des 25. Jubiläums, Heinz Heitland und Herbert Stelzner, beide von der „Arbeitsgruppe Amphibien und Reptilien Dortmund, AGARD“, sowie Bernd Hoppe und Stefan Schindelbauer, beide früher Mitarbeiter der VEW und heute bei Westnetz. Die beiden hatten den Kasten damals mit aufgehängt. Heitland sagte stolz: „Dieser Kasten ist seitdem ununterbrochen „bewohnt“. Das ist im Vergleich zu den anderen Kästen etwas Besonderes – es kann auch mal vorkommen, dass ein Kasten eine Brutsaison leer bleibt. Glücklicherweise wachsen hier aber pro Jahr konstant vier Jungvögel auf, so dass wir in diesem Jahr hoffentlich den 100. Jungvögel erwarten.“

Verantwortlich für die Anbringung der Nisthilfen an Strommasten sind, inzwischen seit Jahrzehnten, die Mitarbeiter des Leitungsbereichs Gersteinhof in Werne, die auch für Dortmund zuständig sind. Sie arbeiten mit den örtlichen Ornithologen zusammen, die prüfen, welche Standorte der 110 kV-Freileitungsmaste und welche Nisthilfen für die Vögel am geeignetsten sind. Denn jede Vogelart hat ihre spezielle Nisthilfe, die Westnetz von den Ornithologen zur Verfügung gestellt werden. Allein im Dortmunder Osten wurden bis jetzt 20 Greifvogelkästen angebracht. Im gesamten Gebiet des Gersteinhofes in Werne sind es bis heute mehr als 40 Maststandorte. Die ersten wurden schon vor 30 Jahren installiert.

Um alle technischen Fragen kümmern sich die Westnetz-Mitarbeiter: Nach der Auswahl des Mastes prüfen sie, ob die Befestigung technisch machbar ist. Sie befestigen die Nisthilfen und überprüfen bei jeder Inspektion deren Verkehrssicherheit. Die nächste neue Nisthilfe für Falken wird beispielsweise in etwa drei Wochen in Essentho in Ostwestfalen aufgehängt.

Für das Anbringen der Kästen müssen die Mitarbeiter hoch hinaus: Denn die Nieshilfen für Turmfalken hängen in etwa 40 Meter Höhe. Da heutzutage zum Beispiel die beliebten Kirchtürme, die der Vogel gerne nutzt, größtenteils versiegelt sind, schafft das Anbringen von Bruthilfen an Strommasten hier Abhilfe. Andere Vogelarten, die die Nisthilfen nutzen, sind an anderen Standorten auch der Fischadler, der Storch und der Baumfalke, die alle drei meist vorhandene Nester suchen.