Münster,
02
Juli
2019
|
10:48
Europe/Amsterdam

Hand in Hand im Fall der Fälle

  • Innenministerium NRW übergibt Notstromaggregate für den Einsatz im Katastrophenfall
  • Westnetz in Münster unterstützt das IdF NRW bei der Einweisung in die Benutzung der Geräten

Sie kommen aus Telgte, Aachen, Duisburg, Lippetal und Borgentreich. Allen gemeinsam ist: Sie sind bei der Feuerwehr ihrer Stadt tätig und bekommen in diesen Tagen fünf von insgesamt 25 neuen und speziell für die Feuerwehr konzipierten Notstromaggregaten übergeben.

Im Rahmen einer zweitägigen Einweisungsveranstaltung am Institut der Feuerwehr des Landes NRW findet heute ein praktischer Ausbildungsabschnitt bei der Westnetz GmbH, dem Verteilnetzbetreiber der innogy SE statt. Das Institut der Feuerwehr NRW konzipierte die Anhänger. Die Firma Polyma gewann im vergangenen Jahr die Ausschreibung zur Erstellung von 25 dieser Geräte. Nun sind weitere fünf der Serie fertiggestellt und werden nach und nach an ausgewählte Feuerwehren in ganz Nordrhein-Westfalen ausgeliefert. Gedacht sind diese Spezialfahrzeuge für den Einsatz im Katastrophenfall. In einem solchen können sie als Stromnetz-Ersatzanlage dienen, ganze Zeltstädte mit Strom oder einen Einsatzort nachts mit ausreichend Licht versorgen.

„Uns ist wichtig, dass alle Feuerwehren, die ein solches Gerät bekommen, von Fachleuten im richtigen Umgang damit geschult werden. Wir sind dankbar, dass die Westnetz uns an ihrem Ausbildungsstandort in Münster die Möglichkeit bietet, die Aggregate unter realen Praxisbedingungen im Einsatz zu testen und gleichzeitig auch die Schnittstelle zum Netzbetreiber abzustimmen,“ sagt Sebastian Datema vom Institut der Feuerwehr in Münster, welches die Einweisungsveranstaltung durchführt und koordiniert.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung geht es gemeinsam auf den Platz, auf dem neben dem Aggregat auch eine Ortsnetzstation aufgebaut ist. Die Teilnehmer üben das Abtrommeln der Kabel und weitere Vorbereitungen, die im Falle einer möglichen Einspeisung in das örtliche Stromnetz notwendig wären.

„Und hier an der Ortsnetzstation übernimmt der Netzbetreiber“ stellt Bernhard John von der Westnetz, der die Schulung durchführt, deutlich klar. Er erläutert den Anwesenden die Station und was für die Stromeinspeisung durch ein solches Aggregat beachtet werden muss. „Nur der Netzbetreiber kennt den jeweiligen Netzzustand und weiß, was wann wo angeschlossen werden darf. Somit ist es sehr wichtig, dass hier im Ernstfall Hand in Hand gearbeitet werden muss.“

Darum zeigt John den Anwesenden auch den Anschluss eines Aggregates an eine sich im Betrieb befindliche Ortsnetzstation. Spätentens hier wird klar, dass diese Tätigkeiten nur von speziell ausgebildeten Elektrofachkräften des Netzbetreibers durchgeführt werden dürfen.

Über die Schulung hinaus sind durch die gemeinsame Zusammenarbeit auch weitere wertvolle Kontakte zwischen Feuerwehr und Westnetz entstanden. Alle sind sich einig, dass dies eine sehr konstruktive Zusammenarbeit ist und im Hinblick auf den Ernstfall allen nützen wird. Weitere Schulungen sind im November geplant, wenn die nächsten Aggregate ausgeliefert werden.