Borgholzhausen,
14
Juli
2020
|
12:31
Europe/Amsterdam

Netzstationen am Bahnhof zeigen, was in ihnen steckt

Freuen sich über die ansprechend gestalteten Netzstationen: v.l. Rainer Oesting (innogy), Hendrik Vennhoff (Westnetz) Lena Laumann und Ralf Viehoff (beide Stadt Borgholzhausen)

  • Gestaltung der Gas- und Stromstation durch Lackaffen aus Münster
  • Gasstation nach Unfall aufwendig repariert

„Was ist eigentlich in den Häuschen drin, die da an der Ecke stehen?“ Nicht nur Kinder werden diese Frage angesichts von Netzstationen ihren Eltern stellen. Auch so mancher Erwachsene hat sich das vielleicht schon einmal gefragt.

In der Nähe des Borgholzhausener Bahnhofs hat das Rätseln nun ein Ende: Hier stehen zwei Netzstationen der Westnetz GmbH. Der Verteilnetzbetreiber der innogy-Westenergie ist für den sicheren Strom- und Gasnetzbetrieb in der Kommune verantwortlich und betreibt die entsprechenden Netze. Dazu gehören auch die beiden Stationen am Bahnhof. Heute haben die Lackaffen aus Münster im Auftrag der Westnetz GmbH diese Stationen mit Graffiti so gestaltet, dass man nun von außen sehen kann, was drin ist.

„Die eine Station ist eine Ortsnetzstation. In ihr befindet sich ein Transformator, der die Spannung von 10.000 Volt auf 400 Volt umwandelt. Mit dieser Spannung wird der Strom über unser Netz in die Haushalte geliefert“, erklärt Hendrik Vennhoff, Netzbereichsleiter bei Westnetz. „Sicherungen und Schalter machen die Station komplett. Sie ist eine von mehreren Stationen im Borgholzhausener Stromnetz, an denen wir bei Bedarf schalten.“Bei der anderen Station handelt es sich um eine Gasdruck-Regel und Messstation (GDRM). Sie hat die Aufgabe, den Gasdruck zu messen und von Hochdruck auf Mitteldruck zu bringen – die Druckstufe, mit der das Gas im Ort verteilt wird und die im Haushalt abgenommen wird. Auch hier ist ab heute zu sehen, wie eine solche Station von innen aussieht.

„Die Stadt Borgholzhausen hat bei uns angefragt, ob wir diese Stationen passend zur Umgestaltung des Bahnhofes mit seiner zukünftigen Mobilstation gestalten können. Da wir als Partner der Kommune die besonderen Projekte von Borgholzhausen gern unterstützen, haben wir zugestimmt und gemeinsam mit der Stadt die Motive gewählt. Sie tragen auch das Logo ePium und kommunizieren das hiesige Mobilitätskonzept auch optisch“, sagt innogy-Kommunalmanager Rainer Oesting.

Die Gasstation hat im wahrsten Sinne des Wortes schon einen bewegte jüngere Geschichte hinter sich. Im Oktober 2019 kam es zu einem Unfall an der Station: Ein Autofahrer raste aufgrund eines medizinischen Notfalles mit hoher Geschwindigkeit in die Gasstation, so dass diese vom Sockel rutschte und stark beschädigt wurde.

„Bei einer Gasstörung ist keine Zeit zu verlieren. Wir wurden sofort informiert und haben uns schnellstmöglich zur Unfallstelle begeben. Schnell war klar – wir müssen die Station ausser Betrieb nehmen. In einer Nacht- und Nebelaktion haben Hendrik Vennhoff und seine Kollegen für eine mobile Gasstation gesorgt. Nach einer Rekordzeit von nur 14 Stunden war die Ersatzstation gestellt und angeschlossen. Kein alltäglicher Einsatz für die Kollegen und das dazu nachts und am Feiertag. Aber alles hat geklappt. So konnte die beschädigte Gasstation repariert werden und ist bereits seit einigen Monaten wieder vollumfänglich in Betrieb. Durch ihre neue Graffiti-Gestaltung ist sie noch einmal deutlich aufgewertet und jeder weiß ab heute auch, wie es drinnen aussieht.