Reken,
01
Juli
2020
|
11:54
Europe/Amsterdam

Neue Kabelverbindung in Reken nimmt Betrieb auf

Westnetz Netzbereichsleiter Ludger Roß schaltet in der Rekener Umspannanlage das neue Kabel ein.

  • Leistungsstarke Kabel für Aufnahme von Sonnen- und Windstrom
  • 650.000 Euro für zukunftsfähigen Ausbau des Netzes
  • Freileitung wird demnächst zurück gebaut

In Reken und Umgebung schließt die Westnetz GmbH jährlich rund 35 neue Anlagen zur Erzeugung von regenerativer Energie an ihr Netz an. Der erzeugte Strom wird in das Netz aufgenommen und dorthin weiter geleitet, wo er benötigt wird. So wie ein Wassernetz nicht unendlich viel Wasserdruck aufnehmen kann, kann auch ein Stromnetz nicht unbegrenzt viel Spannung aufnehmen. Daher musste jetzt das Netz in Reken für die zukunftsfähige Aufnahme von regenerativ erzeugtem Strom erweitert werden.

Um die Energie aus dem Weskerhok und Lökerhok aufnehmen zu können, hat Westnetz in den vergangenen Monaten drei ganz neue Kabelsysteme gelegt. Eines davon wurden kürzlich an die Umspannanlage am Telgerkamp angeschlossen und ist nun in Betrieb. Die Kabelverbindung verläuft über eine Länge von fünf Kilometern und ersetzt die bestehende Freileitung an dieser Stelle. Sie führt eine Spannung von 10.000 Volt. In der Umspannanlage wird der Strom in 30.000 oder 110.000 Volt umgewandelt und von hier aus weiter verteilt. Das neue Kabelsystem wird in der Netzleitstelle Arnsberg fernüberwacht und -gesteuert.

Netzbereichsleiter Ludger Roß erklärt: „Die Erweiterung des Rekener Netzes war dringend notwendig. Allein im letzten Jahr haben wir 36 weitere Anlagen mit insgesamt 1800 Kilowatt Leistung angeschlossen. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Da bereits weitere Anlagen in Planung sind, haben wir zwei zusätzliche Kabelsysteme gelegt, die wir bei Bedarf mit wenig Aufwand an unser Netz anbinden können. Jetzt ist das Netz an dieser Stelle zukunftsfähig ausgebaut. So bleibt das Stromnetz stabil und gewährleistet den Einwohnerinnen und Einwohnern von Reken eine sichere Energieversorgung.“

Zurzeit sind insgesamt über 40.000 Kilowatt Leistung im Rekener Netz installiert. 11 Windkraftanlagen, 21 Biogasanlagen und 869 Solaranlagen haben im Jahr 2019 fast 70.000.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. In Reken wurden im Jahr 2019 rund 75.000.000 Kilowattstunden Strom verbraucht.

Hintergrund: Eine Umspannanlage ist Teil des Stromnetzes und dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen. Denn die elektrische Energie wird auf ihrem Weg von der Erzeugung zum Endverbraucher auf mehreren Spannungsebenen transportiert, um eine möglichst verlustarme Übertragung zu erreichen. Die Umspannanalage in Reken transformiert die elektrische Energie von 110.000 oder 30.000 auf 10.000 Volt und umgekehrt. Für den einzelnen Verbraucher wird diese Spannung dann in Ortsnetzstationen auf 400 Volt umgespannt. Netzbetreiber sind gemäß dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) zudem verpflichtet, die von dezentralen EEG-Eigenerzeugungsanlagen produzierte Energie jederzeit in die Versorgungsnetze aufzunehmen. Dies führt an belastungsschwachen Tagen (z.B. an Wochenenden) dazu, dass sich die Energieflussrichtung umkehrt und die von großen Windparks erzeugte Energie insbesondere über die 110.000 Volt-Ebene in andere Regionen (z.B. ins Ruhrgebiet) transportiert wird.