Dortmund,
09
Juli
2018
|
00:00
Europe/Amsterdam

Schlaue Verteilnetze sind die Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende

  • Zwei Milliarden Euro Investitionen in die Infrastruktur
  • Hohe Versorgungszuverlässigkeit der Energienetze
  • Entwicklung von Lösungen für das Energiesystem der Zukunft

Die Westnetz GmbH, der größte deutsche Verteilnetzbetreiber, blickt auf fünf erfolgreiche Jahre ihres Bestehens zurück. „Wir betreiben mit 182.000 km Strom- und 24.000 Kilometern Gasnetz die leistungsfähigsten Energienetze in Deutschland. Mit unseren mehr als 5.100 Mitarbeitern sorgen wir dafür, dass Bürger und Unternehmen rund um die Uhr störungsfrei und effizient mit Energie versorgt werden. Und das vom Emsland bis in den Hunsrück, von der niederländischen Grenze bis ins Weserbergland“, betont Achim Schröder, Geschäftsführer Energiewirtschaft/Finanzen der Westnetz. „Und wir haben den Kunden von Beginn an in den Mittelpunkt unserer Arbeit gestellt.“ Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, hat das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren rund zwei Milliarden Euro in den Erhalt und der Ausbau der Infrastruktur investiert.

Das Unternehmen wurde zwar erst 2013 in Dortmund gegründet, die Ursprünge reichen allerdings, als früherer Teil von RWE, schon mehr als 100 Jahre zurück. Durch diese jahrzehntelange Erfahrung in der Energieverteilung und die hohe technische Kompetenz sorgt Westnetz für eine hohe Zuverlässigkeit der Energieversorgung. Stefan Küppers, Geschäftsführer Spezialtechnik/Digitalisierung: „Unser Ziel ist es, Haushalten und Betrieben jederzeit die richtige Menge an Energie zu liefern – egal, wie die Sonne steht und wie viele Geräte gerade in Betrieb sind. Im vergangenen Jahr lag die störungsbedingte Nichtverfügbarkeit der Strom-Verteilnetze durchschnittlich bei lediglich 12,3 Minuten pro Kunde. In den vergangenen fünf Jahren konnten wir diesen Wert um fast vier Minuten verbessern.“

Stefan Küppers, Geschäftsführer Spezialtechnik/Digitalisierung (zweiter von links) berichtet über die erfolgreiche Arbeit von Westnetz in den vergangen fünf Jahren.

Die Strom-Verteilnetze sind das Rückgrat der Energiewende. Mehr als 95 Prozent aller Windräder und Photovoltaikanlagen sind hier angeschlossen. Westnetz integriert bereits heute erneuerbare Energien aus rund 160.000 Anlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt 10,5 Gigawatt in ihr Netz. Das entspricht etwa 10 Prozent aller EE-Anlagen in Deutschland. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch den weiteren Zubau und den Einstieg in die Elektromobilität. „Die aktuellen Herausforderungen an Netzbetreiber sind enorm. Die Energiewende und die zunehmende Dezentralisierung durch Photovoltaik und Windenergie stellen uns vor große Aufgaben. Heute fließt der Strom nicht mehr nur in eine Richtung, vom Erzeuger zum Verbraucher, sondern auch umgekehrt – und das bei ständigen, witterungsbedingten Einspeiseschwankungen“, sagt Stefan Küppers. Bei der Energiewende sei erst der Anfang geschafft. Küppers: „Die schwierigsten Herausforderungen liegen noch vor uns. Wir müssen unser Energiesystem von Grund auf neu denken. Die zukünftige Komplexität im Energiesystem ist nur mittels Digitalisierung lösbar. Die Energiewende braucht mehr Köpfchen und weniger Kupfer.“

Das Management der Westnetz (v. l. n. r): Jürgen Wefers, Geschäftsführer Personal, Dr. Stefan Küppers, Geschäftsführer Technik, Dr. Jürgen Grönner, Geschäftsführer Regionaltechnik/Assetmanagement und Dr. Achim Schröder, Geschäftsführer Energiewirtschaft/Finanzen

Westnetz stellt sich dieser wachsenden Verantwortung. Achim Schröder: „Dezentrale Strukturen brauchen dezentrale Netzlösungen. Bisher konnten wir uns noch mit den bestehende Puffern im Netz-System behelfen. Für 100 Prozent Energiewende brauchen wir aber neue Ansätze und Systeme. Ohne ein smartes Verteilnetz scheitert die Energiewende.“ Westnetz entwickelt deshalb in 34 Forschungs- und Entwicklungsprojekten Lösungen für das intelligente Energiesystem der Zukunft. Schröder: „Wir bei Westnetz gestalten die Energiewende aktiv mit – durch den zukunftsorientierten Aus- und Umbau der Infrastruktur, moderne Prozessabläufe und innovative Techniken.“

Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Smart Operator“. Hierbei handelt es sich um eine kleine Box mit großer Wirkung. Untergebracht in der Ortsnetzstation erfasst der Mini-Computer kontinuierlich Verbrauchs-, Erzeugungs- und Wetterdaten und entwickelt daraus Prognosen über die Einspeisung bzw. den Verbrauch vom Strom im Ortsnetz. Über intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, ist der Smart Operator mit Haushalten verbunden. Durch diese Vernetzung können beispielsweise Stromspeicher so gesteuert werden, dass sie überschüssige Sonnenenenergie mittags zwischenspeichern und diese abends den Haushalten bereitstellen. Ziel des Smart Operators ist es, eigenständig das bestehende Ortsnetz optimal auszunutzen, die Integration von regenerativen Energien zu verbessern und vorhandene Flexibilität für den Markt bereitzustellen.