Dexheim/Oberolm,
02
Mai
2019
|
11:59
Europe/Amsterdam

Schritt für Schritt auf 30 Meter Höhe

Tausch des Isolators in 30 Meter Höhe.

  • Westnetz tauscht Isolator an Hochspannungsleitung

Die letzten Vorbereitungen sind getroffen und die Sicherheitsgurte liegen bereit - jetzt kann es los gehen. Josef Scheer und sein Kollege Alex Klass, beide Westnetz-Mitarbeiter, steigen in der Nähe von Dexheim einen circa 30 Meter hohen Strommast hinauf. Ihre Aufgabe heute: Der Tausch eines defekten Isolators. Wenige Wochen vorher wurde die Hochspannungsleitung zwischen den Umspannanlagen Dexheim und Oberolm kontrolliert, dabei fiel auf, dass einer der Isolatoren beschädigt ist. Dabei handelt es sich um Körper, die den elektrischen Strom nicht leiten. Sie werden überall eingesetzt, wo blanke elektrische Leiter befestigt, gehalten oder geführt werden müssen, ohne dass es zu einem Stromfluss durch das Befestigungselement kommen darf.

Leitungsbefliegung

Westnetz kontrolliert das gesamte Hochspannungsnetz einmal im Jahr. Der Hubschrauber, der als fliegender Arbeitsplatz für die Westnetz-Monteure dient, wird dazu von einem geschulten Piloten dicht entlang der Leitungen manövriert. Aus der Luft sehen die erfahrenen Techniker, ob alle Bauteile, wie Masten, Leiterseile und Isolatoren in Ordnung sind. Notiert werden aber auch Vogelnester, die im Gestänge über den Stromkreisen angelegt sind. Nach der Brutsaison werden sie entfernt. So wird verhindert, dass die Nester, wenn sie auseinanderfallen, Kurzschlüsse verursachen. Ebenso wird der Abstand von Bäumen zu den Leitungen ins Visier genommen. Im Herbst werden sie dann geschnitten. Pro Tag können so etwa 70 bis 80 Kilometer Stromleitung kontrolliert werden. Alle Schäden werden sorgfältig dokumentiert und behoben - so wie hier in Dexheim.

Isolator in luftiger Höhe getauscht

Zuerst musste alles vorbereitet werden. Die Leitung wurde freigeschaltet und Scheer und sein Kollege konnten den 30 Meter hohen Mast hinaufklettern. Oben angekommen, wurde die Spannungsfreiheit geprüft. Die Kollegen am Boden, Marius Fiege und Wolfgang Kohns, versorgten die beiden über einen Seilzug mit allen nötigen Materialien, wie Leiter, Fahnen, Erdungsseile und Werkzeug. Zuerst wurde mit den Erdungsseilen sichergestellt, dass die Leitung nicht mehr zugeschaltet werden kann. Klass brachte Hinweis-Fahnen auf der rechten Seite des Mastes an. Diese signalisieren, dass die Leitung freigeschaltet ist. Danach positionierten die beiden die Leiter. „Höhenangst sollte man bei diesen Arbeiten nicht haben“, erzählte Scheer lächelnd. Nun ging es zur Sache - der Tausch des Isolators konnte vorgenommen werden.