Düren/Niederzier,
17
April
2020
|
13:35
Europe/Amsterdam

Westnetz-Ausbildung in Niederzier via Tablet und Notebook

AWZ-Leiter Edgar Maaßen (6.v.l.) und seine Ausbilder ( Fotograf: Westnetz/ Archivfoto September 2019) arbeiten derzeit wie die Azubis im Home Office. Da das Aus- und Weiterbildungszentrum des Verteilnetzbetreibers geschlossen ist, findet der Unterricht auf digitalem Weg über das Tablet statt.

(v.l.n.r.: Helmut Immelen, Daniel Stock, Stefan Schwedt, Peter Jahn, Frank Swoboda, Edgar Maaßen, Hans-Jürgen Jahn, Michael Blum, Ralf Lock, Reinhard Ganser, Jürgen Frings, Andreas Lischewski)

  • 141 Auszubildende arbeiten im Home Office auf digitalen Teamplattformen

Wenn die zwölf Ausbilder morgens ihre Auszubildenden sprechen, ist zur Zeit vieles anders, denn genau seit einem Monat, dem 17. März, läuft die Ausbildung beim Verteilnetzbetreiber Westnetz vorrübergehend nur noch per digitaler Teamplattform.

Das Aus- und Weiterbildungszentrum im Niederzierer Ortsteil Huchem-Stammeln bleibt zunächst bis Ende April geschlossen.

Um halb acht geht es jeden Morgen dennoch los: Dann loggen sich die zwölf Ausbildungsgruppen mit ihren Ausbildern in den jeweiligen Teamchats zum digitalen Unterricht im Unternehmensnetzwerk ein. Je nach Ausbildungsabschnitt und Ausbildungsjahr nutzen die Gruppen unterschiedliche digitale Medien.

Edgar Maaßen, Leiter des Aus- und Weiterbildungszentrums (AWZ) Niederzier, Region Mitte, der Westnetz erläutert: „In den Chats tauschen sich alle zunächst über aktuelle Themen aus. Dann erhalten die Auszubildenden ihre Tagesaufgaben in Bezug auf Projektarbeiten oder Aufgaben zur Beschäftigung mit Lerninhalten. Fachliteratur ist als E-Book verfügbar. Die Azubis bearbeiten alle Themen bis zum Nachmittag. Dabei können sie sich jederzeit an die Ausbilder wenden oder sich untereinander austauschen.“

Ein weiterer Teil der Ausbildenden wird je nach Stundenplan parallel in der digitalen Berufsschule unterrichtet.

Ab 15 Uhr beginnen die Tagesabschlussgespräche zwischen den Auszubildenden und ihren Ausbildungsmeistern. Im Tagesverlauf halten diese untereinander auch online zu weiteren Arbeitsthemen Kontakt; pünktlich um halb neun morgens treffen sich die Ausbilder ebenfalls auf dem Bildschirm.

„Wir sind sehr positiv überrascht, wie gut das funktioniert“, zieht Maaßen ein Fazit nach vier Wochen. Die Azubis seien begeistert und mit einer hohen Disziplin dabei und keiner fehlt. „Und was mich am meisten freut, ist die Tatsache, dass sich alle untereinander unterstützen und sich gegenseitig helfen.“

Dass die gewerblich-technische Ausbildung bei Westnetz in Zeiten der Corona-Pandemie organisatorisch innerhalb eines Tages am 17. März schnell auf eine digitale Lernplattform verlegt werden konnte, liegt an der Tatsache, dass das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr im Zeichen der Digitalisierung alle Auszubildenden mit einem iPad ausgestattet hat. „So war es für uns möglich, auf die außergewöhnliche Situation zügig zu reagieren und handlungsfähig zu bleiben. Generell hat Westnetz innerhalb kürzester Zeit alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So gut wie alle Mitarbeiter aus der technischen Aus- und Weiterbildung konnten daher ab diesem Zeitpunkt im Home Office arbeiten.

Keine Zukunftsmusik mehr in diesen Zeiten: Auch die „Augmented Reality“ (AR) - Brille wird zur Ausbildung bei Westnetz genutzt. Azubi Lutz Herweg testet die Möglichkeiten. (Fotograf: Westnetz)

Zur Zeit arbeitet Westnetz an einem Rückkehrkonzept für dringliche handwerkliche Ausbildungsinhalte in der Ausbildungswerkstatt. Diese können natürlich nur mit entsprechenden Schutzmaßnahmen stattfinden. Hierbei stehen der Sicherheitsabstand und die Hygiene an oberster Stelle. Die Maßnahme, die technische Ausbildung digital durchzuführen, ist zunächst bis 30. April 2020 angedacht.

Ein vollständiger Ersatz ist das rein digitale Lernen im Fall einer gewerblich-technischen Ausbildung nicht. „Es fehlt der persönliche Kontakt sowie die Arbeit und Unterweisung am Werkstück, ebenso fehlt der praktische Bezug in den Fachbereichen“, stellt Maaßen fest. „Aber die Ausbildung via Tablet kann auch künftig auch über Corona hinaus eine gute Ergänzung sein, um flexibel und ortsunabhängig betriebsnah auszubilden. Dann lassen sich Ausbildungsinhalte schnell und unkompliziert digital vermitteln und das über Standortgrenzen hinweg.“

Insgesamt sind derzeit 67 junge Menschen bei Westnetz im Regionalzentrum Westliches Rheinland in einer Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, 20 zum Mechatroniker, 27 zum IT-Systemelektroniker und 16 zum Informatikkaufmann sowie elf Studenten im so genannten „Praxisintegrierten Studium“. In den Zahlen enthalten sind die Nachwuchskräfte der Ausbildungskooperationspartner RWE Power, Leitungspartner, Stadtwerke Jülich sowie Reflex.

Auch das weitere Ausbildungsjahr 2020 sieht Westnetz nicht gefährdet und stellt wieder attraktive Ausbildungsplätze mit Start zum 17. August 2020 am Standort Niederzier zur Verfügung.

Zur Zeit finden Vorstellungsgespräche online per Skype statt. Weitere Informationen zu den Bewerbungschancen sind unter www.westnetz.de/karriere zu finden.