Halle,
18
September
2018
|
00:00
Europe/Amsterdam

Westnetz baut Bioerdgaseinspeiseanlage in Halle um

Westnetz-Projektplaner Anika Groos und Paul Lückmann bei der Baubesprechung an der Bioerdgaseinspeiseanlage in Halle.

  • vorbereitende Maßnahme für Umstellung des Gasnetzes
  • Biogas wird in Erdgasqualität umgewandelt und eingespeist
  • Investition von 500.000 Euro

In der Bioerdgaseinspeiseanlage an der Holtfelder Straße in Halle wird seit kurzem kräftig gebaut. Die Westnetz GmbH, Verteilnetzbetreiber der innogy SE, schafft damit im Auftrag der Technischen Werke Osning GmbH (T.W.O.) die Voraussetzungen für die Umstellung des Haller Gasnetzes im kommenden März. Ab dann wird durch das Gasnetz in Halle nur noch so genanntes H-Gas geliefert. Dieses hat einen höheren Brennwert als das L-Gas, welches derzeit aus dem Netz bezogen wird. Um nach der Umstellung den Brennwert des Biogases auf den Wert von H-Gas erhöhen zu können, ist ein Umbau der Einspeiseanlage erforderlich. Für die Aufbereitung des Gases wird dem Biogas dann Flüssiggas (LPG für Liquefied Petroleum Gas) beigemischt. Das so konditionierte Gas hat dieselbe Qualität wie H-Gas und wird durch die Anlage in das Netz eingespeist.

Ab März wird daher ein Lagerbehälter für das LPG benötigt. Bagger heben derzeit eine Grube aus, denn der Tank wird unter die Erde gebaut. Er hat ein Fassungsvermögen von 62 Kubikmetern. Nach den Umbauarbeiten wird von dem Tank nicht mehr viel zu sehen sein. Derzeit erfolgt die Aufbereitung des Biogases mit Luft. Daher wurde bisher kein solcher LPG-Tank benötigt.

Die Baumaßnahme wird im Februar 2019 abgeschlossen sein. Sie wird insgesamt rund 500.000 Euro kosten. Die Kunden der T.W.O. werden davon nichts mitbekommen. Im März werden alle Voraussetzungen für den reibungslosen Betrieb der Bioerdgaseinspeiseanlage unter den neuen Bedingungen geschaffen sein. Die Westnetz GmbH verantwortet im Auftrag der T.W.O. Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb der Anlage.

 

Hintergrund:
In Deutschland wird die sichere, verlässliche und wirtschaftliche Versorgung mit Erdgas durch zwei verschiedene Gas-Arten gewährleistet, die sich vor allem durch ihren Methangehalt und den Brennwert unterscheiden: Erdgas L (Low Calorific Gas – niedriger Brennwert) und Erdgas H (High Calorific Gas – hoher Brennwert). Der kontinuierliche Rückgang der L-Gasaufkommen in Deutschland sowie zukünftig in den Niederlanden ist der Grund für die notwendige Umstellung von Erdgas L auf Erdgas H, die sogenannte Marktraumumstellung. Die hohen nachgewiesenen H-Gas Reserven erlauben auch in Zukunft eine verlässliche Erdgasversorgung für alle Kunden. Für die bundesweite Umstellung auf das energiereiche H-Gas haben die Gasnetzbetreiber gemeinsam mit der Bundesnetzagentur einen Netzentwicklungsplan abgestimmt, der den Ablauf dieser Umstellung regelt.