Wülfrath,
01
Dezember
2017
|
00:00
Europe/Amsterdam

Westnetz bringt lokale Energiewende voran

  • Weitere automatisierte Ortnetzstationen verbessern Versorgungsqualität
  • Steuereinheit Smart Operator optimiert die Stromversorgung in Wülfrath

Der Verteilnetzbetreiber Westnetz modernisiert das Stromnetz in Wülfrath durch den Austausch von konventionellen gegen automatisierte Ortsnetzstationen. Gleichzeitig bindet das Tochterunternehmen der innogy SE eine intelligente Steuereinheit, den sogenannten Smart Operator, in das örtliche Stromnetz ein.

Neben den drei Stationen, die bereits im vergangenen Jahr automatisiert wurden, tauschte Westnetz im November zwei weitere konventionelle Stationen in der Liegnitzer Straße und am Angerweg gegen automatisierte Modelle aus. Darüber hinaus ersetzen drei Kompaktstationen nun vier Gebäudestationen, außerdem wurde der Verkabelungsgrad durch eine Verkabelungsmaßnahme im Bereich „Flandersbach / Scheiderhöfchen“ auf nahezu 95 Prozent erhöht. Das bedeutet, dass es weniger Freileitungen in Wülfrath gibt und die Störanfälligkeit insbesondere durch atmosphärische Störungen wie Blitzeinschläge im Netz sinkt.

Die Energiewende im Stromnetz ist längst da. Die Verteilnetze müssen heute Energie einsammeln, Leistungsschwankungen im Netz, die sich aus wetterabhängiger, dezentraler Erzeugung, Nutzung von Elektroladesäulen und verändertem Verbrauchsverhalten ergeben, zuverlässig beherrschen und gleichzeitig Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gewährleisten. Und mit diesem Tempo muss der Um- und Ausbau der Stromnetze Schritt halten.

„Durch die Maßnahmen und insbesondere durch die gezielte Automatisierung im Ortsnetz können wir unsere Reaktionszeiten bei Störungen deutlich verringern. Hierzu werden die Ortsnetzstation direkt an das bestehende Leitsystem der Westnetz angebunden“, sagt Netzplaner Christoph Erbelding und ergänzt: „Die Kombination von Fernsteuerung und Fernmeldung ist die Automatisierungsvariante mit dem meisten Nutzen. So wird im Fall einer Störung die Fehlerdiagnose verbessert, gleichzeitig kann die Zeit bis zur Wiederversorgung verkürzt werden, und zwar zum Teil noch bevor unsere Techniker losgefahren sind. Das System spart also Zeit und führt bei einer Störung zu noch kürzeren Ausfallzeiten.“

Durch ferngesteuerte Lasttrennschalter sind Schalthandlungen im Netz direkt durch die Leitwarte möglich. Außerdem reagieren die Westnetz-Mitarbeiter mit dieser modernen Technik besser auf Schwankungen im Netz, die beispielsweise durch Wind- und Solareinspeisung entstehen können. „Wir brauchen für die Energiewende und den Ausbau der Ladeinfrastruktur den Aus- und Umbau der Netze. Durch den Einbau automatisierter Ortsnetzstationen werden mehr Daten und Messwerte aus dem Netz aufgenommen und beobachtet. Mit Hilfe dieser Kommunikation der Netzdaten können wir Lastflüsse optimieren und damit die weiterhin hohe Versorgungsqualität gewährleisten“, sagt Georg Narciß, Leiter Netzplanung im Regionalzentrum Neuss. Frithjof Gerstner aus dem kommunalen Partnermanagements ergänzt: „Durch die Kompetenz der Westnetz-Kollegen wird gewähr-leistet, dass die Energieversorgung der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität in Wülfrath sicher-gestellt ist. Dies ist wichtig für alle Bürger, die sich derzeit mit der Anschaffung eines Elektroautos beschäftigen“.

Ein weiterer intelligenter Baustein im Wülfrather Ortsnetz wird in Kürze an der Lindenschule installiert:

Der sogenannte Smart Operator, der Daten sammelt und zur effizienten Steuerung und Überwachung des Niederspannungsnetzes dient. „Das Projekt Smart Operator trägt dazu bei, dass die Energiewende vor Ort gelingt, und unterstützt die Entwicklung hin zu einer dezentralen Versorgung, die auf Einsparung, Effizienz und erneuerbare Energie setzt. Damit gehen wir einen großen Schritt in Richtung Energiezukunft“, sagt der Wülfrather Thomas Walkiewicz, Leiter des Regionalzentrum Neuss. Das Regionalzentrum Neuss ist verantwortlich für die Planung und Errichtung sowie den Betrieb und die Instandhaltung von Strom- und Gasnetzen in Teilen des Rhein-Kreises Neuss, Kreises Mettmann und Kreises Viersen. Von hier werden circa 13.500 Kilometer Stromnetze in der Mittel- und Niederspannung betrieben.

Im Smart-Operator-Projekt wird untersucht, wie der Betrieb des Ortsnetzes durch den Einsatz künstlicher Intelligenz optimiert werden kann. Ziel ist, die lokale Netzinfrastruktur durch eine intelligente Steuerung mit neuartigen Komponenten effizienter zu nutzen. Der Smart Operator nutzt das Potenzial von erneuerbaren Energien optimal: Er steuert zentrale Komponenten im Ortsnetz und richtet ihren Verbrauch so weit wie möglich auf die Stromerzeugung, beispielswiese die der Fotovoltaik-Anlage an der Lindenschule, aus. Der Smart Operator kommuniziert mit intelligenter Gebäude- und Gerätetechnik in Testhaushalten. Westnetz tauscht für das Projekt herkömmliche Zähler in den Projekthaushalten gegen intelligente Geräte aus.

Die Steuerungseinheit selbst ist eine kleine Box mit großer Wirkung, nicht größer als ein Schuhkarton. Entscheidend ist sein Innenleben voller High-Tech, denn der Smart Operator hat den Zustand des Niederspannungsnetzes im Blick. Eingebaut in der Trafostation des Ortsnetzes, wertet das Gerät dort zusammenlaufende Daten aus. Dabei ist es lernfähig und gibt elektronische Signale an smarte Netzbausteine wie den regelbaren Ortsnetztransformator oder Netzschaltstellen ab. Die spezielle Informations- und Kommunikationstechnik überwacht automatisch den Netzzustand, optimiert den Stromfluss und garantiert ein stabiles Netz. Das intelligente Steuerungsmodul bündelt die Daten der einzelnen Haushalte und bestimmt daraus das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Netz.

vlnr Frithjof Gerstner, Christoph Erbelding, Georg Narciß und Thomas Walkiewicz freuen sich über die Inbetriebnahme der automatisierten Ortsnetzstation an der Liegnitzer Straße
vlnr Frithjof Gerstner, Christoph Erbelding, Georg Narciß und Thomas Walkiewicz freuen sich über die Inbetriebnahme der automatisierten Ortsnetzstation an der Liegnitzer Straße