Pünderich,
08
April
2019
|
10:30
Europe/Amsterdam

Westnetz montiert Flugwarnkugeln und Radarreflektoren über Mosel

  • Kugeln sorgen für mehr Sicherheit
  • Mit Hubschrauber im Einsatz

Ein Hubschrauber kreist nähe Pünderich über der Mosel - beladen mit orange-weißen Kugeln. Jemand ragt, gesichert an einem Gurt, aus dem Hubschrauber. In der Nähe von Pünderich, direkt über der Mosel, verlaufen zwei 110 kV-Leitungen (Kilovolt) sowie zwei 20 kV-Freileitungen der Westnetz. Um den Schiffsverkehr sowie den Flugverkehr auf die Leitungen hinzuweisen, und um einer Unfallgefahr vorzubeugen wurden hier Flugwarnkugeln und Radarreflektoren montiert.

Marius Fiege und Josef Scheer, beide Westnetz Monteure aus Koblenz, fliegen komplizierte Einsätze wie diesen stets gemeinsam, um sich bei der Arbeit gegenseitig zu unterstützen oder abzuwechseln. „Wir müssen uns auf den anderen verlassen können, da die Arbeiten eine gewisse Gefahr mit sich bringen“, erzählt Marius. Aufgeregt oder nervös sind die beiden kaum noch, Marius fliegt bereits seit vier Jahren, Josef gehört seit zwei Jahren zum Team.

Die Radarreflektoren auf der Freileitung nähe Pünderich hängen circa 90 Meter über der Mosel. Da die Radarsignale für Schiffe nicht eindeutig zu erkennen waren, sollten die Kugeln weiter nach unten gesetzt werden. Tobias Umbach Projektleiter für Freileitungsprojekte bei der Westnetz in Saffig erzählt: „Die Wasserschutzwacht hat uns darauf hingewiesen, dass das Radarsignal für Schiffe nicht eindeutig ist. Daraufhin haben wir den Austausch der Kugeln veranlasst. Auch wir möchten natürlich nicht, dass es hier zu Unfällen kommt. Dazu käme eine Beschädigung unserer Stromleitung und somit eine Versorgungsunterbrechung für Pünderich und Umgebung“.

 

Im ersten Schritt wurden Anfang letzter Woche die fünf Radarreflektoren über der Mosel demontiert. Hierzu flog der Hubschrauber ganz dicht an die Leitung. Marius saß gesichert auf einem Brett, welches durch ein Gestell am Hubschrauber befestigt ist, und konnte so die Kugeln von der Leitung montieren. Josef saß im inneren des Hubschraubers und nahm die circa 7,5 Kilogramm schweren Kugeln entgegen.

Das Seil, an dem gearbeitet wurde, hat keine gesteuerte Spannung. Es dient als Blitzschutz und Potentialausgleich zwischen den Masten. Dennoch ist bei solchen Tätigkeiten besondere Vorsicht und Konzentration gefragt.

Danach wurden an der Stelle, an der die Radarreflektoren hingen, Flugwarnkugeln montiert, um die Freileitung auch für Flugzeuge sichtbar zu machen und um Unfällen vorzubeugen. Auf dem Mastabschnitt über der Mosel, der circa 700 Meter lang ist, montierten Marius und Josef insgesamt drei Flugwarnkugeln. Josef saß wieder im Hubschrauber und reichte Marius die Kugeln. Dieser saß gut gesichert am Rand des Hubschraubers und montierte, nach vorne übergebeugt, die Kugeln an der Leitung. Insgesamt drei Mal flogen sie die Leitung gemeinsam an, da die Kugeln, mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern, nicht alle in den Hubschrauber passten.

„Anfang dieser Woche wird das Seil, welches derzeit in 60 Metern Höhe hängt ,30 Meter nach oben auf die Mastspitze gezogen. Dort werden dann die neuen Radarreflektoren eingebaut. Anschließend wird das Seil wieder auf die ursprüngliche Stelle, in 60 Metern Höhe, abgesenkt. Die neuen Radarreflektoren hängen dann knapp 30 Meter tiefer als vorher. Gemeinsam mit der Wasserschutzwacht und einem Schiff werden wir im Nachgang die neuen Radarreflektoren und die Signale testen“, erklärt Umbach weiter.