Marl,
15
August
2017
|
16:26
Europe/Amsterdam

Westnetz Netzbereich in Marl stellt sich vor

  • Mitarbeiter sorgen für sichere Strom- und Gasversorgung in Marl
  • Einsatz modernster Technik im Störungsfall

Bild: Netzmonteur Ingo Märker nimmt an der Kompaktstation der Betriebsstelle, die unter Spannung steht, mit Hilfe der vorgeschriebenen Schutzausrüstung eine Schaltung vor.

Für eine sichere und zuverlässige Strom- und Gasversorgung in der Stadt Marl sorgen die Westnetz-Mitarbeiter des Netzbereichs in Marl, Im Gleisbogen 9-11. Heute stellten Matthias Drost, Leiter Netzbetrieb im Regionalzentrum Recklinghausen, und Dirk Matthias, Leiter Netzbereich Marl, die Aufgaben des Netzbereichs im Rahmen eines Pressegesprächs vor.

Die Techniker vor Ort kümmern sich im Stadtgebiet von Marl um die regelmäßige Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Erneuerung von über 1.500 km Stromleitung, rund 400 km Gasleitung, über 1.000 technischer Anlagen und mehr als 9.000 Leuchtstellen und sichern mit ihrer Arbeit die reibungslose Energieversorgung der Marler Bürger.

Da das Versorgungsnetz tagtäglich vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist, ist es nicht gegen Störungen gefeit. Tritt eine Störung auf, ist der Netzbetrieb in Marl bestens gerüstet und das rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Wenn Kunden bei der „Telefonischen Störungsannahme“, kurz TSA (bei Stromstörungen 0800/4112244 und bei Gasstörungen 0800/0793427), Störungen melden, werden die Kollegen vor Ort umgehend darüber informiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Störung in der Strom- oder in der Gasversorgung handelt, denn die Monteure und Meister des Netzbereichs sind ausgebildete Kombifachkräfte und kennen sich in beiden Sparten der Energieversorgung aus. Nicht länger als 30 Minuten vergehen, bis die Techniker mit ihrem Entstörungsfahrzeug am Einsatzort sind. Das Fahrzeug ist mit Messtechnik, Werkzeug sowie Ersatz- und Reparaturteilen ausgestattet, so dass kleinere Störungen schnell behoben werden können. Außerhalb der regulären Arbeitszeit kümmert sich der Bereitschaftsdienst um technische Notfälle oder Störungen.

Um die genaue Störungsstelle zu ermitteln, kommt unterschiedliche Technik zum Einsatz. Ein modernes Gerät ist der Fault Sniffer, ein handliches Messgerät, das Fehler an Verbindungsmuffen und Kabeln ortet. Es kann mögliche Fehlerstellen buchstäblich „riechen“. Der Fault Sniffer spürt Verbrennungsgase auf, die bei unterirdischen Störungen im Netz auftreten, da bei jedem Kabelfehler Isolationsmaterial verbrennt. Die Gase sind noch nach Tagen messbar. Dazu müssen in Abständen kleine Löcher in den Bürgersteig gebohrt werden, die dem Prüfgerät den Zugang ins Erdreich unmittelbar oberhalb des Kabels ermöglichen. Dort, wo das Messgerät die größte Konzentration an Verbrennungsgase erkennt, befindet sich die Fehlerstelle. Tiefbauunternehmer und Kabelmonteure rücken an, der Schaden wird repariert und das Netz ist wieder voll funktionstüchtig.

Der Vorteil für den Stromkunden liegt beim Einsatz des Fault Sniffers darin, dass es bei der Fehlersuche nicht grundsätzlicher zu einer Versorgungsunterbrechung kommt, da der Monteur bei diesem Verfahren meist nicht in jedes Haus hinein und die Hausanschlusssicherung für die Zeit der Messung entfernen muss. Die Trefferquote des Fault Sniffer ist beachtlich. Das Gerät wird im Netzgebiet des Regionalzentrums Recklinghausen bereits seit über zwei Jahren eingesetzt.

Bei komplizierteren Störungen kommt der Kabelmesswagen zum Einsatz. Er verfügt über eine komplette Ausrüstung an digitaler Technik zum Aufspüren von Kabelfehlern. Aus technischen Gründen muss beim Einsatz des Kabelmesswagens die gesamte betroffene Kabelstrecke vom Netz getrennt und alle Kundenanlagen einzeln ab- und nach der Schadensbehebung wieder eingeschaltet werden.

Der Kabelmesswagen wird zum Beispiel bei Mittelspannungsstörungen an die nächstgelegene Ortsnetzstation angeschlossen. Zur Ortung des Fehlers erzeugen Aggregate im Wagen elektrische Impulse. Diese werden auf das fehlerhafte Kabel gegeben und an der Fehlerstelle reflektiert. Oder es wird gezielt ein Lichtbogen erzeugt, um den Fehlerort eingrenzen zu können. Anschließend sucht ein speziell geschulter Mitarbeiter mit einem Bodenschall-Mikrophon den Boden im eingegrenzten Bereich ab und lauscht den Signalen in seinem Kopfhörer. Sobald er die Fehlerstelle geortet hat, wird sie markiert. Tiefbauunternehmer und Kabelmonteure rücken an: Der Schaden wird repariert und das Netz ist wieder voll funktionstüchtig. Bis es soweit ist, kann bei einer größeren Störung,

Beispielsweise an einer Ortsnetzstation, kurzfristig ein selbstfahrendes Aggregat mit einer Leistung von 500 Kilovoltampere. zum Einsatz kommen , um eine schnelle Wiederversorgung, in diesem Fall durch eine Notstromeinspeisung, zu gewährleisten.

Größere Störungen sind eher selten. „Den Leitungen machen Erdbewegungen – beispielsweise in Bergsenkungsgebieten – zu schaffen. Durch Erdbewegungen jeglicher Art können Verbindungsmuffen beschädigt werden und es kommt zu einer Störung“, sagt Dirk Matthias. Auch käme es des Öfteren vor, dass ein Bagger bei Bauarbeiten im Straßenbereich die unterirdischen Leitungen trifft und beschädigt. Der Großteil der Störungen könne aber kurzzeitig wieder behoben werden.

Um im Gasnetz Störungen vorzubeugen, nimmt Westnetz alle vier bzw. sechs Jahre eine Gasrohrnetzüberprüfung jeweils für einen Teil des 400 Kilometer langen Rohrnetzes inklusive der Hausanschlussleitungen mit rund 13.900 Hausanschlüssen vor. Dabei gehen zwei Mitarbeiter mit Hilfe eines Prüfgerätes und einer Sonde die Gasleitungen ab und kontrollieren, ob an einer Stelle Gas austritt. Stellen sie Undichtigkeiten fest, werden diese umgehend beseitigt. Ergeben sich darüber hinaus Unregelmäßigkeiten, finden zusätzliche Überprüfungen statt. „Uns ist die Sicherheit unserer Leitungen bis hin zum Kundenhausanschluss sehr wichtig“, betont Matthias.

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