Werther,
26
Juni
2019
|
17:14
Europe/Amsterdam

Westnetz stellt Versorgung mit Erdgas in Werther und Borgholzhausen erfolgreich um

Trafen sich heute zum Informationsaustausch: v.l. innogy-Kommunalmanager Rainer Oesting, Anlagenverantwortlicher Meister Hendrik Vennhoff, Regionalzentrumsleiter Thomas Wiedemann, Bürgermeister Dirk Speckmann, Bürgermeisterin Marion Weilke, Teilprojektleiter Bernd Weber

  • Für Kunden ändert sich nichts an verlässlicher Versorgung mit Erdgas
  • Westnetz stellt sicher und zuverlässig rund 4000 Geräte auf neue Gasart ein
  • Moderne Gasdruckregelstation an der Kreisstraße in Halle ist Lieferknotenpunkt für das neue H-Gas

Westnetz hat die mit Erdgas versorgten Haushalte in Werther und Borgholzhausen erfolgreich von L-Gas auf H-Gas umgestellt. Für die Kunden ändert sich durch die Umstellung nichts an der gewohnt verlässlichen Versorgung. Da H-Gas einen höheren Brennwert als L-Gas hat, mussten alle Gasgeräte in den rund 3400 Haushalten auf das höherkalorische H-Gas angepasst werden. Als zuständiger Verteilnetzbetreiber hat Westnetz sicher und zuverlässig die Anpassung der Gasgeräte für alle Kunden vorgenommen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir unsere sorgfältig geplanten Umstellungsmaßnahmen in Werther und Borgholzhausen erfolgreich umsetzen konnten. Rund 4.000 Gasgeräte haben unsere Monteure in den letzten Monaten auf das neue H-Gas angepasst. Mit über 1.300 verschiedenen Gerätemodellen ist es uns gelungen, für nahezu alle Geräte Ersatzteile zu bestellen“, sagt Bernd Weber, Teilprojektleiter für die Erdgasumstellung bei der Westnetz. „Die Umstellung auf H-Gas ist eines der umfangreichsten Westnetz-Projekte der kommenden Jahre“, sagt Weber. „Bis 2030 passen wir als zuständiger Verteilnetzbetreiber circa 300.000 Gasgeräte in der Region an. Dies ist ein enormer technischer und logistischer Aufwand. Durch einen intensiven Austausch mit den Geräteherstellern und den regionalen Installateuren ist es uns gelungen, die Erdgasumstellung auch in Werther und Borgholzhausen reibungslos umzusetzen.“

Das neue H-Gas wird in Halle in das Netz beider Orte eingespeist. Dafür hat Westnetz an der dortigen Kreisstraße eine neue moderne Gasdruckregelstation als Knotenpunkt für die Gasverteilung gebaut. Mit einer intelligenten Schutz- und Steuerungstechnik ausgestattet, wird die Anlage rund um die Uhr von der Netzleitstelle Dortmund fernüberwacht. Die gesamte Anlage ist zweischienig gebaut worden, das heißt, im Wartungs- oder Störungsfall wird die sichere Erdgasversorgung über eine zweite Gasdruckregelschiene gewährleistet. Über eine neue 380 Meter lange Hochdruckleitung ist die Station in das Netz eingebunden. Von Halle aus wird das Gas in weitere Gasdruckregelstationen in beiden Orten verteilt. In beiden Orten gibt es mehrere solcher Anlagen. Rund eine Million Euro investierte Westnetz für diese Veränderungsmaßnahmen im Gasnetz.

Hendrik Vennhoff, Netzbereichsmeister in Harsewinkel, erklärt in Werther exemplarisch die Funktion einer Gasdruckregelstation: „In dieser Gasdruckregelstation wird das eingespeiste H-Gas auf eine niedrigere Gasdruckstufe reduziert und von hier aus in die einzelnen Haushalte geliefert.“ Die Gasdruckregelstation in Werther hat eine maximale Gesamtleistung (maximaler Durchsatz) von 1300 Kubikmetern Erdgas pro Stunde, was einer Energie von etwa 14.300 Kilowattstunden entspricht. Zum Vergleich: Die neue Übergabestation in Halle hat eine Gesamtleistung von 9500 Kubikmetern, das entspricht rund 100.000 Kilowattstunden.

Hintergrund:

In Deutschland wird die sichere, verlässliche und wirtschaftliche Versorgung mit Erdgas durch zwei verschiedene Gas-Arten gewährleistet, die sich vor allem durch ihren Methangehalt und den Brennwert unterscheiden: Erdgas L (Low Calorific Gas – niedriger Brennwert) und Erdgas H (High Calorific Gas – hoher Brennwert). Der kontinuierliche Rückgang der L-Gasaufkommen in Deutschland sowie zukünftig in den Niederlanden ist der Grund für die notwendige Umstellung von Erdgas L auf Erdgas H, die sogenannte Marktraumumstellung. Die hohen nachgewiesenen H-Gas Reserven erlauben auch in Zukunft eine verlässliche Erdgasversorgung für alle Kunden. Für die bundesweite Umstellung auf das energiereiche H-Gas haben die Gasnetzbetreiber gemeinsam mit der Bundesnetzagentur einen Netzentwicklungsplan abgestimmt, der den Ablauf dieser Umstellung regelt.

Als zuständiger Gasnetzbetreiber in der Region kümmert sich Westnetz vollständig um die Marktraumumstellung Gas. Die nächsten Umstellungen folgen in Bissendorf und Melle.