Castrop-Rauxel,
09
Juli
2018
|
14:27
Europe/Amsterdam

Westnetz testet innovatives Messverfahren zur Gasnetzüberprüfung

Paul Steffens (rechts), Netzingenieur bei Westnetz, fährt den „Mobile Guard“ durch Castrop-Rauxel. Die auffällige Apparatur auf dem Fahrzeugdach dient der Messung der Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Klaus Mahlinger (links), Netzmonteur bei Westnetz in Castrop-Rauxel demonstriert die aktuelle Technik, mit der die Gasleitungen zu Fuß abgegangen werden.

  • Fahrzeug zur Suche nach Gasleckagen im Einsatz
  • Überprüfungsfahrten in Castrop-Rauxel starten heute

Westnetz testet ein neues Verfahren zur Überprüfung der Dichtigkeit des Gasnetzes im Niederdruckbereich. Der sogenannte „Mobile Guard“ soll zukünftig das Aufspüren von Gasleckagen erleichtern. Bei dem Mobile Guard handelt es sich um einen silberfarbenen VW Golf Kombi, der mit innovativer Messtechnik ausgestattet ist. Ein auf Höhe der Stoßstange eingebauter Filter saugt Luft aus der Umgebung an und leitet sie in den sogenannten Methan-Ethan Analyzer, kurz MEA, der sich im Kofferraum des Fahrzeuges befindet. Dieses Gerät ist in der Lage, geringste Mengen an Methan oder Ethan in der Umgebungsluft zu bestimmen. Auf dem Dach des Fahrzeuges befindet sich eine weitere auffällige Apparatur, der sogenannte Anemometer, der die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung während der Fahrt misst, um aufgespürte Gasleckagen möglichst exakt lokalisieren zu können.

Der Mobil Guard wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich in den USA eingesetzt. In Deutschland ist das Messverfahren noch nicht zugelassen. Westnetz testet die Funktionsweise dieses neuen Verfahrens und kontrolliert die Zuverlässigkeit der ermittelten Daten im Alltag. Ab heute bis 20. Juli werden Messfahrten mit dem Mobile Guard in Castrop-Rauxel durchgeführt. Insgesamt werden über 120 Kilometer Gasleitungen überprüft. Die Fahrten finden in den Stadtteilen Becklem, Frohlinde, Habinghorst, Henrichenburg und Ickern statt.

„Bei erfolgreicher Testphase ist es durchaus denkbar, dass dieses Verfahren auch in Deutschland zum Einsatz kommt“, sagt Paul Steffens Netzingenieur bei Westnetz und erläutert weiter: „Bisher werden die Leitungen mit einem Gasspürgerät Kilometer für Kilometer abgegangen. Der große Vorteil des neuen Verfahrens liegt vor allem in der Schnelligkeit und der hohen Messgenauigkeit.“ Zudem sei die Kontrolle an schwierig zu überprüfenden Stellen, wie beispielsweise im Bereich von Autobahnbrücken, einfacher möglich.