Mettmann,
22
Oktober
2019
|
14:45
Europe/Amsterdam

Westnetz-Trainingscampus: Zukunftswerkstatt und innovatives Klassenzimmer für elektrische Schaltanlagen gehen in Betrieb

Harald Heß, Dr. Stefan Küppers, Thomas Dinkelmann, Thomas Walkiewicz, Stefan Kreutz und Deliah Hecker freuen sich über die Inbetriebnahme des Trainingscampus mit innovativer Technologie (vlnr)

  • Wissens- und Technologietransfer für die Energiewelt von morgen
  • Übung schafft Sicherheit und macht fit für die Zukunft
  • Mitarbeiter lernen Umgang mit neuen Technologien unter realen Bedingungen

Digitale Ausbildung und Forschung: Für beides steht der neue Trainingscampus von Westnetz, der heute feierlich eröffnet worden ist. Am Standort der Umspannanlage Mettmann testet und erforscht der Verteilnetzbetreiber Technologien für morgen und übermorgen und setzt dabei auf digitale Lehrmethoden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Nähe zum Netzbetrieb und die zentrale Lage Mettmanns im Gebiet der Westnetz überzeugten bei der Standortwahl. Mitarbeiter von Emsland bis Hunsrück, von der niederländischen Grenze bis ins Weserbergland werden in Zukunft hier geschult. In der Anlage testet Westnetz zudem neue Technologien unter realen Bedingungen. „Ein Trainingscampus für die Energiewelt von morgen, entwickelt von Fachleuten für Fachleute: Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft finden wir hier Antworten auf bekannte und auch noch nicht gestellte Fragen zur künftigen Energieversorgung“, erläutert Westnetz-Geschäftsführer Dr. Stefan Küppers.
„Ich freue mich, dass sich Westnetz für Mettmann als Standort für seinen neuen Trainingscampus entschieden hat. Die Zukunftswerkstatt von Westnetz ist für unsere Stadt eine große Bereicherung und wird den Wirtschaftsstandort Mettmann weiter stärken. Ich wünsche allen Beteiligten, dass das Trainingscamp ein Ort des Wissenstransfers und der Innovation wird“, sagte Bürgermeister Thomas Dinkelmann bei der Eröffnung des Trainingscampus.

Digitale Ausbildung

Das ehemalige Schaltgebäude an der Umspannanlage verfügt über einen neuen Schaltpark mit verschiedenen Anlagentypen unterschiedlichster Hersteller. Ziel ist es, die Netzmonteure für Schalthandlungen im Verteilnetz an Anlagen mit Spannungen von bis zu 10.000 Volt vorzubereiten bzw. weiterzubilden und mit dem Einsatz innovativer Techniken vertraut zu machen. Erstmalig verbinden dabei erfahrene Referenten und Technologieexperten die Schulungen mit Anwendungen aus dem Bereich Virtual und Augmented Reality. Die reale Welt wird dabei mit digitalen, computergestützten Inhalten und Zusatzinformationen erweitert und dargestellt. Der Nutzer spielt verschiedene fiktive technische Szenarien durch. „Das Üben unter realen und virtuellen Bedingungen schafft mehr Sicherheit bei den Netzmonteuren, davon profitieren natürlich auch die Kunden“, erklärt Thomas Walkiewicz, Leiter des Westnetz-Regionalzentrums Neuss.
„In den Trainings lernen die Kollegen, neue Technologien und Arbeitsweisen anzuwenden und weiterzuentwickeln. Das Teilen von Wissen und Erfahrung steht dabei oben auf unserer Agenda“, so Küppers.

Neue Technologien

Neben den Schulungen werden im Trainingscampus eine Vielzahl neuer Technologien getestet und weiterentwickelt, beispielsweise eine automatisierte Freileitungsinspektion per Drohnenflug. Ziel ist es dabei, das Freileitungsnetz vollautomatisiert aus der Luft zu inspizieren oder bei Störungen schnell ein erstes Bild der Lage zu erhalten. Die Bildverarbeitung setzt dabei auf künstliche Intelligenz.

Auch das Internet of Things (Internet der Dinge), die Vernetzung alltäglicher und technischer Gegenstände über das Internet, gehört zum Programm des Trainingscampus. Dinge werden dabei mit eingebetteten Systemen “intelligent”, so dass Sensorwerte kommuniziert und Steuerungswerte empfangen werden können. Auffälligkeiten in technischen Anlagen werden beispielsweise durch neueste Sensorik beobachtet und die Eingriffsmöglichkeit an technischen Anlagen damit erhöht. Dies ermöglicht die zunehmende Automatisierung und Dezentralisierung des Stromnetzes und unterstützt in den Herausforderungen der Energiewende.

Ein Beispiel ist der Test einer „elektronischen Nase“, die, einmal in eine Schaltanlage oder Ortsnetzstation eingebaut, beginnende Kabelbrände oder Kabelfehler frühzeitig erschnüffelt und bei Auffälligkeiten ein Störungspotential meldet, bevor es zu Versorgungsunterbrechungen kommt.

„Die Idee dieser Pilotprojekte ist, neue Technologien schnell in realer Umgebung zu testen, bevor sie großflächig ins Stromnetz eingebaut werden. Mit diesem Vorgehen sind wir flexibel, schaffen intelligente Netze und gestalten die Energiewende aktiv mit”, erläutert Stefan Kreutz, Leiter Technologie im Bereich Digitalisierung/Innovation/Technologie.

Forschung und Wissenstransfer

Begleitet wird die Idee des Trainingscampus von der Fachhochschule Südwestfalen im Rahmen einer Bachelorarbeit. Die Hochschule unterstützt den Transfer von Wissen und Technologien, damit sie den Anwendern zeitnah in Form innovativer Produkte oder Dienstleistungen zugutekommen.

Abgerundet wird das Angebot der Zukunftswerkstatt mit moderner Ladeinfrastruktur: Eine Sitzbank, an der das Smartphone aufgeladen werden kann, und eine Ladestation für Elektroautos stehen für die Besucher bereit.