Rhein-Hunsrück-Kreis,
23
Mai
2019
|
12:57
Europe/Amsterdam

Wie funktioniert ein Glasfaserhausanschluss?

  • Westnetz schließt 1.000 Anschlusspunkte im Hunsrück an
  • Glasfaserhausanschluss mittels modernster Technik für schnelles Internet

In vielen Orten im Hunsrück sieht man aktuell Bagger graben, große Kabelrollen am Straßenrand stehen und technische Geräte zur Kabelverlegung im Einsatz. Ziel ist es, die sogenannten „weißen Flecken“ (also jene Haushalte und Gewerbebetriebe im Rhein-Hunsrück-Kreis, die mit keiner oder einer sehr langsamen Internetverbindung ausgestattet sind) mit schnellem Internet zu versorgen. Doch wie funktioniert das überhaupt? Was passiert in den Straßen und wie werden die einzelnen Häuser mit Breitband versorgt? Durch die gewonnene Breitband-Ausschreibung hat innogy den Auftrag für den Ausbau erhalten. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz ist für den Aus- und Umbau der Netze verantwortlich.

Um die Ortschaften, Straßenzüge, Aussiedlerhöfe, Schulen oder Gewerbebetriebe mit Breitband zu versorgen, sind verschiedene technische Geräte nötig. Zuerst muss ein entsprechendes Leerrohr in die Erde gebracht werden. Dies funktioniert zum Beispiel mit einer Kabelfräse , einem Kabelpflug, oder mit dem Bagger. Es wird ein Graben geschaffen, in den dann das Leerrohr verlegt wird. Insgesamt muss der Verteilnetzbetreiber in den sechs Verbandsgemeinden und der Stadt Boppard 170 Kilometer neues Glasfaserkabel verlegen. Weitere 300 Kilometer Glasfaserleerrohr sind bereits vorhanden. Bis Ende des Jahres sollen die Tiefbauarbeiten weitestgehend abgeschlossen sein. Danach werden die Glasfaserbündel in die Leerrohre eingebracht und die Glasfaser eingeblasen. Hierzu kommt ebenfalls ein spezielles Gerät zum Einsatz.

Die Verlegung der Kabel erfolgt in der technisch modernsten Variante - Fiber to the Home (FTTH). Bei dieser Technik werden die Glasfaserkabel direkt bis zum Haus verlegt. Dadurch sind wesentlich höhere Download-Geschwindigkeiten möglich, da die letzte Meile nicht mit einem herkömmlichen Kupferkabel überbrückt wird, sondern die komplette Anbindung dann über Glasfaser läuft. So erhalten die Anwohner Übertragungsraten von 300 Megabit pro Sekunde. Für Gewerbebetriebe sind Übertragungsraten bis in den Gigabit Bereich möglich. Im Zuge der Breitband-Ausschreibung sind die Glasfaserhausanschlüsse kostenlos. Jeder Anlieger, der den Auftrag dazu erteilt hat, erhält dann sein eigenes Glasfaserkabel bis ins Haus. Dazu wird ein kleiner Graben von der Straße bis zum Haus erstellt. An dem Glasfaserbündel, das an der Straße, meist im Bürgersteig verläuft, wird ein Glasfaserrohr abgeleitet und bis ins Haus verlegt. Im Haus werden ein Konverter und ein Modem installiert.

Bis Ende März 2020 sollen alle Arbeiten abgeschlossen und das schnelle Internet verfügbar sein.