Idar-Oberstein,
28
Oktober
2021
|
12:21
Europe/Amsterdam

Zweite PV-Anlage von Azubis auf Verwaltungsdach errichtet

  • Lernen für die Praxis. 
  • Westnetz liegen innovative Ausbildungsprojekte als Antrieb für mehr Nachhaltigkeit am Herzen. 

Nein, es war nicht Karlsson, der in den letzten Tagen auf dem Verwaltungsdach in Idar-Oberstein gesichtet wurde. Es waren Leon Bücher (Auszubildender der Stadtwerke Kirn, der in Idar-Oberstein mitausgebildet wird) mit Matthias Kauz, Adrian Kind, Lukas Krämer, David Wagner und Adrian Werdin – allesamt Azubis des Verteilnetzbetreibers Westnetz in Idar-Oberstein. Ihre Mission: Die Errichtung einer weiteren Dachflächen-Photovoltaikanlage (PV-Anlage) mit 42 Solarmodulen und einer Leistung von rund 15 Kilowatt peak (kWp). Innerhalb von drei Tagen waren die Unterkonstruktion fertiggestellt und die Module montiert. Die Anlage wird in Betrieb genommen, sobald noch fehlende Materialien geliefert und installiert sind. Sie dient zukünftig für den Eigenbedarf zum Betrieb einer Kältemaschine. „Erneut stellen wir damit unter Beweis, dass uns eine abwechslungsreiche und innovative Ausbildung junger Menschen ganz besonders am Herzen liegt. Und was gibt es Schöneres, als sie dann auch noch bei Nachhaltigkeitsprojekten einzusetzen? Schließlich sind genau diese ein Teil ihrer Zukunft“, erklärt Thomas Johann, Leiter des Regionalzentrums Rhein-Nahe-Hunsrück.

Am Anfang des Projekts stand für die Azubis aber das Lernen für die Praxis: Innerhalb von einigen Tagen haben sie unter der Anleitung von erfahrenen Ausbildern die neue PV-Anlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes aufgebaut. „Der Bau von PV-Anlagen gehört für viele Elektrobetriebe heute zum täglichen Geschäft. Da liegt es auf der Hand, dass sich auch unsere angehenden Elektroniker für Betriebstechnik in ihrer Ausbildungszeit damit befassen“, erläutert Ausbildungsleiter Volker Lorenz die Intention der Maßnahme. Wichtig ist es Lorenz und seinem Kollegen Torben Herberts, ihren Auszubildenden eine praxisorientierte Ausbildung zu bieten. So werden ihre Schützlinge neben der normalen betrieblichen und berufsschulischen Ausbildung zusätzlich noch innerbetrieblich fortgebildet. Das Projekt PV-Anlage auf dem Verwaltungsdach haben die beiden voll unterstützt. In der Regel habe man immer mit fertigen Kollektoren zu tun, doch durch die "Eigenkreation" bekomme nun jeder einen anschaulichen Einblick in das Innenleben und den Aufbau einer Solaranlage. Für die Azubis gehörte viel Handarbeit dazu, so mussten das komplette Material und die Solarmodule zunächst einmal in die Höhe gehievt werden. Am ersten Tag begannen die jungen Männer bei noch nebligem Wetter mit der Errichtung der Unterkonstruktion. „Als die Sonne dann immer mehr herauskam, konnten wir schon erahnen, dass unsere Anlage einen guten Platz gefunden hat, um Sonnenstrom zu ernten, schließlich rechnen wir mit einem Ertrag von rund 16.500 Kilowattstunden pro Jahr“, zeigen sich die Azubis unisono überzeugt. Dann ging es ans Anbringen und Verschrauben der Solarmodule und nach zahlreichen Arbeitsstunden konnten sie am vergangenen Mittwoch stolz ihr Werk betrachten.

Eine erste Anlage, die im Zusammenhang mit einem Energiespeicher mit 19 Azubis errichtet wurde, war im April 2013 bereits in Betrieb gegangen. In Kombination mit dem in den GfB-Häusern untergebrachten Solar-Stromspeicher sorgt sie seither mit 126 Solarmodulen für die Optimierung des Stromselbstverbrauches in den drei „Franzosenhäusern“ in der Pappelstraße. Der Speicher sorgt dafür, dass vorrangig Sonnenstrom gespeichert, bei Bedarf daraus abgerufen wird und sich damit der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms von durchschnittlich unter 30 Prozent deutlich erhöht hat. Regionalzentrumsleiter Johann bedankt sich bei den Ausbildern und ganz besonders bei den Auszubildenden: „Ihr könnt stolz auf eure Arbeit sein. Und wenn ihr jetzt mit Freunden oder Eltern hier am Gebäude vorbeifahrt, könnt ihr immer sagen: Das habe ich mit aufgebaut.“